Victoria

Zweimal Viktoria/Victoria und einmal Axel Bollinger

Aus der Sammlung von Axel Bollinger, Berlin

Das vorgestellte Rad…
…ist ein Victoria Rennrad V 100 in Jubiläumsausführung, anlässlich „50 Jahre Victoria“ 1936.


Das Victoria V 100 in vollem Ornat

Seit wann ist es in Deiner Sammlung?
Mittlerweile sieben Jahre, seit 2002.

Woher stammt es?
Mein Freund Gerhard Pohl hat es aufgestöbert und ordnungsgemäß bei mir abgeliefert.


Prunkvolles Emblem auf dem Sitzrohr

In welchem Zustand war das Rad?
Ich erhielt den unbenutzten Rahmen inklusive Gabel und Getriebe. Fehlende Teile habe ich zeitgemäß ersetzt und dem Jubiläumsrad mit Putzen und Polieren wieder zu altem Glanz verholfen.

Was magst Du daran besonders?

Den Erhaltungszustand der aufwändigen Lackierung. Im Gegensatz zu den meisten meiner anderen Räder kann ich mir hier allerdings nicht einreden, ich hätte ein Stück Kulturgut gerettet, da ich das Victoria nicht als „stark reparaturbedürftig“ habe.


Die Siegesgöttin auf dem Kurbelarm

Was ist das für eine Schaltung?
Die Schaltung ist eine italienische „Vittoria Magherita“, die 1935 heraus kam. Benannt zu Ehren der Prinzessin Magherita. 1938 gewann Gino Bartali damit die Tour de France. Da die Rennfahrer damals glaubten, der Federdruck eines Kettenspanners würde wertvolle Körner kosten, gab es Schaltungen ohne Federn oder auch Konstruktionen wie die Super Champion, die durch einen Zusatzhebel und Bowdenzug den Federdruck aufhoben.
1939 kam die hier verbaute Ausführung “Giro de Francia” heraus, benannt nach Bartalis Sieg. Sie kann mit 3/32 Kette auch als Fünfgang verwendet werden. Ich habe sie angebaut, weil ich auf Fotos der Berliner Vereinsmannschaft von Rennhahn Räder damit gesehen habe.

Hattest Du ein besonders schönes Erlebnis mit dem Rad?
Regelmäßig sind Laien erstaunt, wenn sie das Alter des Rades erfahren. Mir war eine so aufwändige Lackierung bis dahin auch noch nicht begegnet.

Ich hoffe der Knochenschüttler wird mindestens so alt wie die Victoria Werke!