Stricker

Der stolze Besitzer und sein Rad

Aus der Sammlung von Markus Krieger, Bad Salzuflen

Das vorgestellte Rad…

…ist ein “Stricker”-Damenrad aus dem Jahr 1948.

Seit wann ist es in Deiner Sammlung?

Ich besitze das Rad seit dem Sommer 2007. Es lag auf einem Pkw-Anhänger, der mit Schrott beladen war. Nachdem ich den vor mir fahrenden Pkw angehalten hatte, fragte ich den Fahrer ob er das Rad nicht bei mir abladen könnte. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich allerdings noch nicht, was mir da auf den Hof kommt.


Bei Ausfahrten wird es von seiner Frau bewegt

Beim Abladen erzählte mir der Mann, dass das Stricker-Rad seiner Mutter gehörte, die noch lebe und dass sie stets mit diesem Fahrrad unterwegs gewesen war. Das machte mich neugierig! Von der Besitzerin erfuhr ich dann vom Kauf im Oktober 1948 direkt bei Stricker in Bielefeld-Brackwede, wo ihr Schwager beschäftigt war. In den 50ern ging es dann mit Bahn und Rad zum Urlaub in den Harz, aber auch nach Fehmarn und in den Schwarzwald. Natürlich wurde das Fahrrad sonst im Alltag genutzt, zweimal die Woche für den großen Einkauf, rechts und links eine volle Tasche am Lenker. Nach Abschluss aller Arbeiten zur Überholung konnte die inzwischen verstorbene Dame ihr Fahrrad noch einmal wiedersehen.


Charakteristisch das Wildpferd-Emblem als Steuerkopfschild und als Figur auf dem Schutzblech

In welchem Zustand war das Rad?

Es war ziemlich rostig aber nahezu komplett, mit wenigen fehlenden Teilen. Ich habe es dann komplett zerlegt, gereinigt und Verschleißteile wie Lager oder Konen erneuert. Das Rad fährt sich gut, und seine Optik mit Lackfehlstellen, reichlich Patina, Beleuchtung und Spiegel erzählen von seinem intensiven Leben.

Was magst Du gar nicht?

Leider wird es wenig bewegt, es steht die meiste Zeit in der Ausstellung.


Wem wohl der Blick in den Spiegel gilt?

Hattest Du ein besonders schönes Erlebnis mit dem Rad?

Wir haben zwei schöne Radtouren entlang der Weser im Sommer 2007 unternommen und zur Velo 2008 in Berlin war meine Frau auch damit unterwegs.