Ferbedo

Das Rad präsentiert sich im typischen Feuerwehrrot mit Blechgabel, Stahlpedalen und Starrlauf. Eine zusätzlich erhältliche Achse lässt eine Nutzung als Dreirad zu.

Aus der Sammlung von Malte Jann Dewitz, Hennigsdorf

Das vorgestellte Rad

Ist ein Kinderfahrrad der FERBEDO Werke (Ferdinand Bethäuser Nürnberg/ Doos), wahrscheinlich aus dem Zeitraum 1930 bis 1950. Es verfügt über eine zusätzlich zu montierende Achse mit Antriebseinheit inklusive drittem Rad für den Umbau zum Dreirad. FERBEDO produziert seit rund 110 Jahren vorrangig Kinderfahrzeuge. Die Firma sitzt heute in Fürth.

Wie lange hast Du das Rad schon?
Das weiß ich gar nicht genau. Ich kenne das Rad so lange ich denken kann. Als ich das erste Mal damit fahren konnte, hat Papa es mir geschenkt.


Das eigentliche Hinterrad wird mit der Dreiradachse mittels Splint fest verbunden und dient dem Antrieb. Mangels eines Differentials läuft das zusätzliche dritte Rad frei mit.

Woher stammt es?
Papa sagt, er hat es vor einigen Jahren von einem Teilemarkt mitgebracht. Eigentlich wollte er es als Ersatzteilspender für ein zweites Kinderrad von FERBEDO nutzen. Zu Hause hat sich dann herausgestellt, dass beide Räder zwar vom gleichen Modell aber verschieden groß waren. Als ich dann vor zwei Jahren laufen lernte, hat er es renoviert, weil es das kleinere Modell war und eine Zusatzachse für den Umbau zum Dreirad besaß.


Das Lenkerkörbchen ist ein zeitgemäßes Zubehör und gehört nicht zur Ausstattung

Was magst Du an ihm besonders?
Ganz toll ist, dass ich mit dem Rad so schön rückwärts fahren und einparken kann. Papa sagt das liegt am Starrlauf. Mir gefällt auch das Körbchen, weil ich darin meine Plüschente mitnehmen kann. Papa findet es richtig schön, dass das kleine Schild unter dem Lenker dran ist und auch auf dem Sattel FERBEDO draufsteht.

Was gefällt Dir überhaupt nicht?
Das Anhalten ist immer schwierig. Ich komme nicht richtig an den Bremshebel und mit den Füßen auch nicht auf den Boden. Deshalb muss ich immer versuchen ganz langsam zu treten, obwohl die Pedalen schneller wollen. Das klappt meistens und Papa ist ganz stolz weil ich das mit dem „Gegentreten“ ganz allein gelernt habe.


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Welches war bisher Dein schönstes Erlebnis mit dem Rad?
Ich bin noch nicht viel mit dem Rad gefahren. Mama sagt immer, wenn ich noch nicht schnell anhalten kann, darf ich nicht bei Fahrradtreffen damit herumfahren. Papa lässt mich manchmal vor seiner Fahrradwerkstatt mit meinem Rad auf dem Radweg fahren und läuft dann neben mir her. Als die Fotos gemacht wurden bin ich schon ganz weit gefahren. Papa sagt bestimmt 1000m! Da haben viele Leute gewinkt und gelacht, das war schön!

Anmerkung: Das Interview führte der Vater. Da Malte noch klein ist, wurden große Teile der Aussagen vom Papa übersetzt und ergänzt.