AGB

Der Schlüssel passt, es kann losgehen zur gemütlichen Ausfahrt auf dem elastischen Rahmen.

Aus dem Fuhrpark von Wolfgang Schleef, Weil a. R.

Das vorgestellte Rad:
A.G.B. Baujahr1938, „Das Federnde Einheitsrad“ mit elastischem Rohrrahmen, mit dem der Hersteller Amandus Glaser aus Berlin, „Standard-Extra-Modell“ mit dem auf Wunsch geflammten Mittelstreifen.


Hinter der Schutzblechfigur, die einmal verchromt war, das aufgenietete Schild des Fahrradhändlers in Celle. Auf dem Rahmen das AGB-Emblem und der Hinweis auf die garantierte Bruchsicherheit.

Woher stammt es und wie lange befindet es sich in deinem Besitz?
Ich bekam es 1982 aus der Verwandtschaft geschenkt, nachdem man dort erkannt hatte, dass ich mich für „alten Schrott“ erwärmen kann.


AGB Steuerkopfschild

Was magst du besonders?
Schön ist, dass etwas aus der Geschichte bekannt ist. So wurde es kurz vor dem Krieg von der Familie in Celle neu beschafft. Als „gutes, neues“ Fahrrad hat man es bald nach Ausbruch des Krieges auseinandergenommen unter dem Kohlenvorrat im Keller versteckt, so die Überlieferung. Erstaunlicherweise waren anscheinend nach Kriegsende noch Kohlen vorhanden, denn es lag dort bis zur Beschlagnahme des Hauses durch das englische Militär. Die Briten habe anschießend entweder nicht richtig geheizt, oder sie konnten mit dem Fahrrad nichts anfangen, denn es blieb, wo es war. Nachdem die Familie wieder eingezogen war, bekam das Fahrrad die Tochter, meine Tante, zur Nutzung. Das war gut, denn durch das Gewicht eines jungen Mädchens in der Nachkriegszeit wurde die Haltbarkeit des Rahmens keineswegs gefährdet. Meiner Tante allerdings gefiel das Fahrrad nicht so gut, es wurde ihren sportlichen Ansprüchen nicht gerecht. So ist sie nur wenige Jahre darauf gefahren, danach wanderte das Fahrrad wieder in den Keller, diesmal ohne Kohlen, und rostete seitdem vor sich hin. Die Verchromung war danach komplett kaputt, die Lackierung teilweise, aber die Reifen waren fast wie neu.


Mangels einer Rahmenstrebe ist das elektrische Rücklicht an der Schutzblechstrebe angeschraubt. Gut zu erkennen auch der geflammte Mittelstreifen auf Felge und Schutzblech.

Was magst du nicht?
Seit dem Besuch im Bad Brückenauer Museum weiß ich, dass die Rahmen dieser Fahrräder zum brechen neigen. Zuvor hatte ich mich immer bedenkenlos auf die Aufschrift „garantiert bruchsicher“ verlassen. Außerdem passt das Rad überhaupt nicht zu mir als Langstreckenfahrer. Geeignet ist es nur für kurze Strecke über Kopfsteinpflaster – z. B. gemütlich zum Einkaufen fahren.


Der geschwungene Schriftzug findet sich auch auf dem Kettenschutz.

Welches war dein bestes Erlebnis mit ihm?
Vor allem die Restaurierung des Rades selbst, bei der ich damals viel ausprobiert und auch viel gelernt habe… und die einzige „Fernfahrt“ (75 km auf A.G.B. sind nicht ohne!) vor vielen Jahren zu Walter Euhus von Minden nach Langenhagen.